Deutsche Frauen-Mannschaftsmeisterschaft der Landesverbände (Braunfels, 04.–07.06.2026)
Das größte deutsche Frauenturnier fand 2026 zum 32. Mal seit 1991 in Braunfels statt. Der Wettbewerb ist eine traditionsreiche Begegnungs- und Austauschstätte des deutschen Frauenschachs, auf der sich die Spielerinnen nicht nur an den Brettern begegnen, sondern sich auch außerhalb des Turniersaales in vielfacher Weise in familiärer Atmosphäre austauschen. Dem gastgebenden Verein „Schachfreunde Braunfels“ und ihren langjährigen Vorsitzenden Sebastian Swoboda ist es zu verdanken, dass das Turnier mittlerweile eine Art Kultstatus im deutschen Frauenschach erreicht hat.
Das Turnier wurde von Bürgermeister Christian Breithecke feierlich eröffnet. Turnierdirektorin und Hauptschiedsrichterin war wieder DSB-Frauenreferentin ISR Nadja Jussupow. Es wurden wie üblich fünf Runden Schweizer System bei einer Bedenkzeit von 90 Minuten für 40 Züge und 30 Minuten für den Rest der Partie sowie einem Inkrement von 30 Sekunden pro Zug ab dem ersten Zug gespielt.
Dieses Jahr waren wieder 12 Mannschaften am Start. Alle Bretter wurden live übertragen. In der Startrangliste mit 111 Spielerinnen aus 9 Ländern waren 26 Titelträgerinnen, die Mannschaft des SB RLP wurde auf Platz 10 (Ø Elo 1829) geführt:

In der 1. Runde am Donnerstag (04.06.2026) mussten wir gegen Hessen antreten. Die Gegnerinnen waren fast an allen Brettern spielstärkemäßig überlegen und hatten an fünf Brettern Titelträgerinnen. Der Kampf war sehr spannend. Am 2. und am 8. Brett haben Lena und Madlen hervorragend gespielt. Beide Partien endeten mit einem Remis. Der Kampf ging 7:1 an Hessen.
In der 2. Runde am Freitagmorgen (05.06.2026) ging es gegen Sachsen mit drei Titelträgerinnen. Die Gegnerinnen waren an allen Brettern überlegen. Alle Spielerinnen außer Darena (remis) und Madlen (remis) haben verloren. Der Kampf ging leider 7:1 an Sachsen.
In der 3. Runde am Freitagnachmittag ging es gegen Niedersachsen. Der Kampf war sehr schwierig. Lena, Yuliya, Ann-Jennifer, Christine und Emma (Bretter 2, 3, 4, 5 und 7) konnten remis spielen. Das waren die einzigen Punkte: 2,5:5,5 verloren.
Die 4. Runde (06.06.2026) gegen Hamburg war sehr spannend. An den Brettern 3 und 4 konnten Yuliya und Ann-Jennifer gewinnen. Emma (Brett 6) hat ein Remis erkämpft. Mein Brett wurde kampflos gewonnen. Der Kampf ging leider 3,5:4,5 an Hamburg.
Nachmittags fand ein inoffizielles Treffen der Referenten und Referentinnen für Frauenschach statt, an dem ich teilgenommen habe. Die Mannschaft hatte frei.

In der 5. und letzten Runde am Sonntagmorgen (07.06.2026) ging es gegen Baden. Wir rechneten uns Chancen aus, den Kampf zu gewinnen, obwohl unsere Gegnerinnen auch eine Titelträgerin in der Mannschaft hatten. Die Bretter 1, 4, 6 und 8 (Darena, Ann-Jennifer, Dorothée und Madlen) spielten remis. Yuliya (Brett 3) konnte einen ganzen Punkt einfahren. Unglücklicherweise gingen alle anderen Bretter verloren: 5:3 für Baden.
Somit blieb uns der 12. Platz im Turnier.
Ganz lieber Dank geht an die DSB-Frauenreferentin ISR Nadja Jussupow, die Turnierleitung und den ersten Vorsitzenden der Schachfreunde Braunfels, Sebastian Swoboda, für die Turnierorganisation.
Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr mehr Punkte machen können. Wir sehen uns in Braunfels 2027!
Dr. Sanja Perović-Ottstadt
Referentin für Frauenschach im Schachbund Rheinland-Pfalz





