SK Frankenthal gewinnt dramatisches Finale – Berliner Wertung entscheidet die Rheinland-Pfalz Senioren-Mannschaftsmeisterschaft 2026
Frankenthal setzt sich im Endspiel gegen Heimbach-Weis/Neuwied durch
Spannender hätte das Finale der Rheinland-Pfalz Senioren-Mannschaftsmeisterschaft 2026 kaum verlaufen können. Der SK Frankenthal und der SC Heimbach-Weis/Neuwied lieferten sich einen Kampf auf Augenhöhe, der nach vier Partien mit einem 2:2-Unentschieden endete.
Damit musste die Berliner Wertung über den neuen Rheinland-Pfalz Senioren-Mannschaftsmeister entscheiden. Und hier hatte der SK Frankenthal die Nase vorn.
Nach einem spannenden Schachnachmittag konnte Frankenthal damit den Titel erfolgreich verteidigen.
Die Entscheidung ist umso bemerkenswerter, weil beide Mannschaften zuvor ihre Halbfinals überzeugend gewonnen hatten. Frankenthal setzte sich mit 3:1 gegen den SV Worms 1878 durch, während Heimbach-Weis/Neuwied den SC Landskrone sogar mit 3,5:0,5 bezwang.
Finale: SK Frankenthal – SC Heimbach-Weis/Neuwied 2:2
Schon die Besetzung versprach hochklassiges Seniorenschach. An den ersten beiden Brettern trafen mit IM Klaus-Jürgen Schulz und IM Yuri Boidman zwei starke Internationale Meister auf die Frankenthaler Bernhard Geyer und Jochen Bruch.
Die beiden Spitzenpartien hielten, was sie versprachen: Beide endeten remis.
Am dritten Brett gelang Peter Kargoll anschließend der wichtige volle Punkt für Frankenthal. Jürgen Kaster musste sich geschlagen geben.
Doch Heimbach-Weis/Neuwied schlug am vierten Brett zurück. Errit Rutz gewann gegen Dr. Heinrich Scheiblauer und sorgte damit für den Ausgleich.
Die Ergebnisse im Überblick:
1. Brett: Bernhard Geyer – IM Klaus-Jürgen Schulz ½:½
2. Brett: Jochen Bruch – IM Yuri Boidman ½:½
3. Brett: Peter Kargoll – Jürgen Kaster 1:0
4. Brett: Dr. Heinrich Scheiblauer – Errit Rutz 0:1
Damit lautete der Mannschaftskampf 2:2.
Die Berliner Wertung bringt die Entscheidung
Bei Punktgleichheit sieht die Turnierordnung des Schachbundes Rheinland-Pfalz die Berliner Wertung als Entscheidungskriterium vor.
Für Frankenthal erwies sich dabei der Sieg von Peter Kargoll am dritten Brett als entscheidend. Heimbach-Weis/Neuwied hatte zwar ebenfalls einen vollen Punkt erzielt, dieser kam jedoch am vierten Brett zustande.
Die Berliner Wertung gewichtet die Bretter entsprechend ihrer Rangfolge. Dadurch ist ein Sieg am dritten Brett höher zu bewerten als ein Sieg am vierten Brett.
Somit hieß es am Ende:
SK Frankenthal – SC Heimbach-Weis/Neuwied 2:2
Berliner Wertung: Sieg für den SK Frankenthal.
Der Jubel auf Frankenthaler Seite dürfte entsprechend groß gewesen sein. Nach vier Partien, in denen keine Mannschaft einen entscheidenden Punktevorsprung herausspielen konnte, entschied letztlich ein einziges Brett über den Titel.
Frankenthal bezwingt Worms im Halbfinale
Zuvor hatte der SK Frankenthal im ersten Halbfinale den SV Worms 1878 mit 3:1 bezwungen.
Dabei erwischte Worms den besseren Start. Am Spitzenbrett musste sich Bernhard Geyer gegen René Dausch geschlagen geben.
Frankenthal zeigte jedoch die nötige Moral und drehte die Begegnung eindrucksvoll. Drei Siege in Folge sorgten für den klaren Mannschaftserfolg.
Bernhard Geyer – René Dausch 0:1
Dr. Heinrich Scheiblauer – Olaf Nazarenus 1:0
Peter Kargoll – Gregor Werner 1:0
Dr. Helmut Härtner – Gernot Köhler 1:0
Nach dem 0:1 am ersten Brett übernahmen die Frankenthaler an den Brettern zwei bis vier das Kommando. Dr. Heinrich Scheiblauer, Peter Kargoll und Dr. Helmut Härtner gewannen ihre Partien und machten mit drei Punkten aus den letzten drei Brettern den Einzug ins Finale perfekt.
Heimbach-Weis/Neuwied mit souveränem Halbfinalsieg
Im zweiten Halbfinale traf der SC Landskrone auf den SC Heimbach-Weis/Neuwied.
Die Mannschaft aus Heimbach-Weis/Neuwied präsentierte sich dabei äußerst souverän und ließ von Beginn an wenig Zweifel am Finaleinzug aufkommen.
Am Spitzenbrett gewann IM Yuri Boidman gegen Reinhold Weiß. Auch Jürgen Kaster konnte am zweiten Brett gegen Dr. Wael Omran einen vollen Punkt einfahren.
Am dritten Brett teilten sich Peter Hülser und Horst Fink den Punkt. Für den dritten Sieg der Mannschaft sorgte schließlich Errit Rutz am vierten Brett gegen Gino Pflittner.
Die Ergebnisse:
1. Brett: Reinhold Weiß – IM Yuri Boidman 0:1
2. Brett: Dr. Wael Omran – Jürgen Kaster 0:1
3. Brett: Peter Hülser – Horst Fink ½:½
4. Brett: Gino Pflittner – Errit Rutz 0:1
Mit 3,5:0,5 zog Heimbach-Weis/Neuwied eindrucksvoll ins Finale ein.
Ein würdiges Finale um den Landestitel
Damit standen sich im Endspiel zwei Mannschaften gegenüber, die sich auf dem Weg dorthin überzeugend präsentiert hatten. Frankenthal hatte Worms mit 3:1 ausgeschaltet, Heimbach-Weis/Neuwied Landskrone sogar mit 3,5:0,5.
Im Finale selbst waren die Kräfteverhältnisse dann vollkommen ausgeglichen. Zwei Remis an den Spitzenbrettern sowie jeweils ein Sieg an den hinteren Brettern führten zum 2:2.
So musste am Ende die Feinwertung entscheiden – und hier hatte Frankenthal das entscheidende Quäntchen auf seiner Seite.
Der SK Frankenthal ist damit Rheinland-Pfalz Senioren-Mannschaftsmeister 2026.
Der Erfolg ist ein weiterer Beleg für die große Konstanz und die Stärke des Frankenthaler Seniorenteams. Der Verein gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Mannschaften im rheinland-pfälzischen Seniorenschach. Bereits 2025 hatte Frankenthal den Titel gewonnen; damals wurde der Erfolg als dritter Gewinn der Vereinsgeschichte bezeichnet.
Das diesjährige Finale zeigte einmal mehr, wie eng Spitzenmannschaften im Seniorenschach beieinanderliegen können. Am Ende entschieden nicht die Mannschaftspunkte, sondern ein Sieg am richtigen Brett.
Herzlichen Glückwunsch an den SK Frankenthal zum Gewinn der Rheinland-Pfalz Senioren-Mannschaftsmeisterschaft 2026!
