Zwei Mannschaften, ein gemeinsamer Schachgeist
Rheinland-Pfalz holt Bronze bei der Deutschen Ländermeisterschaft 2026. Ein zweites Team
mit drei saarländischen Nachwuchsspielern zeigt, wie lebendig die Zusammenarbeit über
Landesgrenzen hinweg sein kann.
Duderstadt, Oktober 2026. Vom 7. bis 12. Oktober trafen sich im Ferienparadies Pferdeberg in Duderstadt
18 Auswahlmannschaften zur Deutschen Ländermeisterschaft (DLM). In sieben Runden Schweizer System
wurde an acht Brettern um Mannschaftspunkte gekämpft. Rheinland-Pfalz war gleich doppelt vertreten: mit
einer eigenen ersten Mannschaft und einer zweiten Auswahl, die durch drei junge Spieler aus dem Saarland
verstärkt wurde.
Rheinland-Pfalz I: Bronze nach starkem Endspurt
Zehn Jahre nach dem letzten dritten Platz, damals 2016 mit einer Mannschaft unter anderem um Vincent
Keymer und Johannes Carow, gelang Rheinland-Pfalz erneut der Sprung aufs Podium. Die von Andrey
Dubkov und Sergey Galdunts betreute Auswahl erreichte mit zehn Mannschaftspunkten und 31,5
Brettpunkten den dritten Platz hinter Nordrhein-Westfalen (12 Punkte) und Hessen (11 Punkte).
RÜCKBLICK 2016 | DIE BRONZE-MANNSCHAFT VOR ZEHN JAHREN
BRETT SPIELER/IN ELO 2016
1 Johannes Carow 2416
2 Vincent Keymer 2402
3 Julius Muckle 2196
4 Pascal Karsay 2085
5 David Musiolik 1771
6 Estelle Morio 1820
7 Theresa Reitz 1815
8 Katharina Bohrer 1110
Historische Mannschaftsaufstellung und damalige Elo-Zahlen. Quelle: Sergey Galdunts, E-Mail vom 14.10.2026.
Der Weg dorthin war keineswegs geradlinig. Nach der zweiten Runde musste die Auswahl eine
2,5:5,5-Niederlage gegen den späteren Meister Nordrhein-Westfalen hinnehmen. Nach fünf Runden lag das
Team noch auf dem sechsten Platz, bewies aber im Finale seine Qualität: Auf einen klaren 6,5:1,5-Sieg
gegen Hamburg folgte ein 5,5:2,5 gegen Mecklenburg-Vorpommern. Damit war der Podestplatz gesichert.
Die Bronzemedaille ist nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern zugleich ein starkes Signal für die
Nachwuchsarbeit im Landesverband.

Schachjugend.
Rheinland-Pfalz II & Saarland: Gemeinsam an den Brettern
Ein zweites Team setzte einen anderen, nicht weniger wichtigen Akzent: Drei saarländische
Nachwuchsspieler ergänzten die rheinland-pfälzische Auswahl. Betreut wurde die Mannschaft von Dr. Mario
Ziegler und Runa Schröder. Die Kooperation ermöglichte weiteren Jugendlichen die Teilnahme an einem
anspruchsvollen bundesweiten Mannschaftsturnier und unterstrich den engen Zusammenhalt beider
Bundesländer.
Als Nummer 17 der Startrangliste mit einem DWZ-Schnitt von 1869 an den ersten acht Brettern ging die
Mannschaft gegen teilweise deutlich stärker bewertete Teams ins Rennen. Bereits in Runde zwei gelang ein
4:4 gegen Schleswig-Holstein. In der sechsten Runde folgte mit einem 4,5:3,5 gegen Thüringen II & Baden II
der erste Mannschaftssieg. Am Ende standen drei Mannschaftspunkte, 21 Brettpunkte und Platz 17.
Besonders erfolgreich punktete Ella Reuber mit fünf Zählern aus sieben Partien. Liam Maddox Schröder,
Jahrgang 2015 und damit einer der Jüngsten im Team, erzielte 3,5 Punkte. Auch Svetlana Manukyan kam auf
3,5 Zähler. Die individuellen Ergebnisse zeigen, dass sich hinter der Platzierung zahlreiche starke
Leistungen und persönliche Entwicklungsschritte verbergen.
Mehr als das Ergebnis auf der Anzeigetafel
Die DLM ist ein besonderer Wettbewerb: Mädchen und Jungen verschiedener Altersklassen bilden
gemeinsam ein Team. Zwischen Vorbereitung, Partien und Analysen erleben sie, wie wichtig gegenseitiges
Vertrauen ist. Sie teilen Freude über Siege und Enttäuschung über Niederlagen, helfen einander nach
verpassten Chancen und wachsen in die Verantwortung für eine Mannschaft hinein.
Gerade bei der zweiten Auswahl war dieser Zusammenhalt spürbar. Auch wenn nicht jede Partie nach
Wunsch verlief, unterstützten sich die Spielerinnen und Spieler gegenseitig und entwickelten über die
Turniertage hinweg ein bemerkenswertes Mannschaftsgefühl. Solche Erfahrungen lassen sich nicht in
Mannschaftspunkten messen. Sie sind für die persönliche und sportliche Entwicklung junger Menschen von
besonderem Wert.
Nachwuchsförderung über Landesgrenzen hinweg
Die beiden Teams standen für unterschiedliche sportliche Ausgangslagen, aber für eine gemeinsame Idee:
Talente brauchen Spielpraxis, verlässliche Begleitung und Gelegenheiten, sich auf hohem Niveau zu
erproben. Die Zusammenarbeit von Rheinland-Pfalz und Saarland zeigt, wie Landesverbände durch
gemeinsames Handeln zusätzliche Perspektiven schaffen können. Um diese Arbeit nachhaltig zu stärken,
sind qualifizierte Trainer, kontinuierliche Förderung und finanzierbare Turnierteilnahmen unverzichtbar.
So bleibt von der DLM 2026 zweierlei in Erinnerung: eine verdiente Bronzemedaille für Rheinland-Pfalz I und
ein gemeinsames Team, das den partnerschaftlichen Gedanken des Jugendschachs lebendig werden ließ.
Medaillen sind wertvoll – Teamgeist, Freundschaften und gemeinsam gemeisterte Herausforderungen
wirken oft weit über die 64 Felder hinaus.
Quelle: Deutsche Schachjugend, offizielle DLM-Ergebnisse und Mannschaftsaufstellungen:
Titelbild:Rheinland-Pfalz I: Die Auswahl um die Betreuer Andrey Dubkov und Sergey Galdunts erreichte Platz drei. Foto: Deutsche
Schachjugend.
www.deutsche-schachjugend.de/2026/dlm/ | Fotos: Deutsche Schachjugend.
