Das 10. Pfalz Open steht vor der Tür – Interview mit Turnierdirektor Dirk Hirse

Das Team des Pfalz Opens ist an Fasching wieder im Einsatz

Hallo Dirk, das Pfalz Open jährt sich zum zehnten Mal. Erinnerst du dich an den Beginn?

Moni Jäger hat ihrem Ehemann Wolfgang (ehemaliger Bundesligaspieler, mehrfacher Pfalzmeister und heute noch ein starker Blitzer) den Vorschlag gemacht, in unserer beschaulichen Stadt mal ein großes Turnier auf die Beine zu stellen. Das war 2007/2008. Die beiden betreiben das Panorama-Hotel und wollten von Anfang an für professionelle Be­dingungen sorgen. So entstand der Förderverein für Amateur- und Jugendschach, der bis heute zusammen mit der Schachabteilung des Post SV Neustadt das Turnier organisiert. Großartige Unterstützung hatten wir auch durch unseren lieben Schachfreund Markus Keller, der in den ersten Jahren Hauptschiedsrichter und Turnierleiter war und leider vor zwei Jahren viel zu früh verstorben ist. Im ersten Jahr haben wir im Brauhaus gespielt, dann in den urigen Weinkellern des Meininger-Verlages. Seit 2012 haben wir in den Berufsschulen unsere Heimat gefunden.

Wie ging es danach weiter?

Das Orga Team ist immer mehr zusammengewachsen. Wir haben inzwischen eingespielte Strukturen: Jens Rechenbach und sein Team kümmern sich um das Catering, Marion Hahn nimmt die Anmeldungen entgegen, ist in Kontakt mit unseren Sponsoren und beantwortet viele Fragen zur Unterkunft, Klaus Klein und ich kümmern uns um das Schachliche. Unser Schiedsrichterteam ist über Jahre zusammengewachsen, Gregor Johann als Hauptschiedsrichter seit inzwischen 8 Turnieren dabei. Diese Struktur ermöglicht es uns jedes Jahr solch ein Turnier auszurichten. Wir haben natürlich alle auch noch unsere normalen Jobs. Von unserer Stadt werden wir ebenfalls unterstützt, das Pfalz Open hat sich zu einem gewissen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Es ist auch ein Geben und Nehmen. Dank unseres Turniers haben wir in etwa 1700 Übernachtungen über Fasching, eigentlich eine „Saure-Gurken-Zeit“ für unsere Weinregion. Auch viele Sponsoren sind uns über die Jahre treu geblieben, ohne die wir unseren recht hohen Preis-Fonds nicht halten könnten.

Kannst du ein paar Highlights der ersten neun Turniere benennen?

Immer wieder spannend ist der Kampf Alt gegen Jung, Amateur gegen Profi zu beobachten. Wir haben schon häufig großartige Talente dabeigehabt. Unglaublich war z.B. Vincent Keymer 2015, der als damals noch 10-jähriger mit einer DWZ von ca. 2100 anreiste und eine Leistung von 2554 spielte. Er besiegte u.a. die gestandenen Großmeister Karpatchev und Skembris und erklärte ihnen vor staunendem Publikum den Verlauf der Partie. Und während die meisten Spieler der vorderen Tabellenpositionen in der Mittagspause sich im Hotel per Internet über ihre nächsten Gegner informierten, ging Vincent zu seinen Altersgenossen und spielte mit ihnen vor der Schule Fußball. Coole Socke! Die Prinzen waren auch ein paar Mal zu Gast, ich erinnere mich an eine Partie von Rasmus Svane, der nach 157 Zügen gewann. Ab Zug 70 gab es nur noch Dame und Bauer gegen Dame. Da konnte man schon sehen, dass die Jungs Ehrgeiz haben und keinen Punkt freiwillig hergeben. Auch sind immer viele Jugendtitelträger dabei, die den Etablierten das Leben schwer machen. Und zu guter Letzt: Bei neun Turnieren gab es neun verschiedene Sieger. Als persönliches Highlight möchte ich auch die inzwischen liebgewonnene Freundschaft zu ein paar Leipziger Schachfreunden nennen. Seit Jahren sind sie dabei, kommen extra einen Tag früher, um uns beim Aufbau zu helfen, wir besuchen uns gegenseitig. Ohne das Turnier hätten wir uns wohl nie getroffen.

Auf welche GMs dürfen wir uns bei der Jubiläumsausgabe freuen?

Bisher haben Vitaly Kunin und Alexandre Danin zugesagt. Bis zum Turnier ist aber noch viel Zeit. Leider hat sich die 1. Bundesliga dazu entschieden, am Faschingswochenende zu spielen. Wir sind aber zuversichtlich wieder ein sehr attraktives Feld zusammen zu bekommen. Im letzten Jahr hatten wir zum ersten Mal 8 chinesische Spieler dabei, da könnten noch spannende Talente hinzukommen.

Hat sich die Aufteilung auf 3 Turniere bewährt oder sind für nahe Zukunft Änderungen geplant?

Das C- Turnier wird gut angenommen. Unser Ziel war es ja immer, Amateure und Hobbyspieler zu fördern. Wir werden die Einteilung beibehalten.

Wie sieht die Zukunft des Turniers aus?

Aktuell sieht es so aus, dass wir das Turnier noch lange aufrechterhalten können. Wir haben noch viel Spaß, auch dank sehr netter Teilnehmer, vielen „Stammkunden“ und dem eingespielten Team. Zum 10. Pfalz Open werden wir jedem Teilnehmer eine kleine Überraschung überreichen. Es gibt übrigens nur noch einen Teilnehmer, der bei allen Turnieren dabei war. Sollte er 2019 wiederkommen, gibt es natürlich noch eine Sonderprämie.

Das kommende Pfalz Open wird vom 01.03.-05.03.2019 ausgetragen. Anmeldungen unter www.pfalzopen.de